Sächsische Zeitung, 21.07.2005
So muss es klingen
Ein Probenbesuch bei der Band Days of Fate, die an ihrem dritten Album arbeitet.
René schaut Left fragend an: „Ein wenig zu düster?“ Der Produzent schüttelt den Kopf: „Genau so muss es klingen. Ist ja schließlich kein Song zum Feiern!“ René greift wieder zum Plektrum. Die großen Boxen füllen das Studio mit Sound von Days of Fate: Rechts oben flirtet das Hi-Hat mit den Streichern. Vom Boden groovt der Synthi-Bass zur britpopigen E-Gitarre. „Nein, so nicht!“, unterbricht Dirk René's Begleitung. „Der Übergang zum Refrain muss kürzer sein.“ Der Songwriter fängt wieder an zu spielen. „Ja, so ist es besser!“, Dirk nickt mit dem Kopf. Drei in die Musik versunkene, zufriedene Gesichter. Der Song blendet aus.
„Wie nennen wir das Stück eigentlich?“, überlegt Dirk. „Oder soll es weiter C19 heißen?“ Left will den Song erneut starten. „Ich weiß noch nicht genau. Vielleicht ‚Share a moment on that lane'“!, sinniert René. „Auf jeden Fall wäre es ideal als Schlussnummer fürs Album!“
Die dick mit Styropor beklebte Tür geht quietschend auf. Torsten und André kommen in den abgedunkelten Raum. „Na endlich!“, begrüßt sie René genervt. „Ich musste länger arbeiten“, entschuldigt sich André. „Da machen wir gleich mit dem Gesang für „Final Destination“ weiter“, fordert Left und stellt das Mikro auf. Torsten nimmt einen großen Schluck aus der Wasserflasche und hört sich den Titel aufmerksam an, während René ihm noch mal erklärt, wie er an bestimmten Stellen singen soll: „Am Ende kannst du alles raus lassen. Da musst du die Gitarre fast übertönen!“
Left regelt die Stimme von Torsten ein und per Mausklick schleichen die ersten Synthi-Flächen durchs Studio. Die Gitarre setzt ein und führt behutsam durch die erste Strophe. Torsten beginnt sanft mit seinem Gesangspart. Die Augen geschlossen, nimmt er Fahrt auf. Der Refrain wartet. Die Stimme steigt nach oben, wird lauter, fordert mehr – von sich und dem Song. Zweite Strophe: Der Sänger zügelt den treibenden Rhythmus. Seine Stimme bestimmt, wo es lang geht. 4:12 Minuten – der Titel erreicht die Schlussakkorde. Torsten ist angekommen, oben auf dem Höhepunkt: „She never knew her final destination!“ Das Echo hallt im Raum. Der Sänger stößt das Mikro weg und ringt erschöpft nach Luft. Live – irgendwie!
„Genau so, das war´s!“, Left ist zufrieden. Der Produzent ruft die Band zurück ins „Studioleben“. „André, jetzt noch deine Backing-Vocals!“Von Lars Kühl / -> zurück zur Auswahl
Sächsische Zeitung, 27.12.2003
Raritätenjagd eröffnet
Die Dresdner Band Days of Fate feiert ihr Zehnjähriges
Mit Zahlen kennen sie sich aus. Einfach so zehnjähriges Bandjubiläum feiern wäre wohl auch nicht das Ding von Dirk Schwulera, André Schuster, René Prescher und Torsten Klotz. Die Dresdner Electro-Pop-Truppe Days of Fate rechnet da schon genauer nach. Eigentlich sind wir im April 1993 entstanden, sagt Prescher. Zwischendurch haben wir uns ja aber neun Monate eine Auszeit gegönnt. Also lassen die Jungs es am am Sonntag richtig krachen.
Wir wollen vor allem mit unseren langjährigen Fans feiern, so Prescher. Dafür haben sich Days of Fate jede Menge ausgedacht. Für die ersten Partygäste gibt es eine eigens für diesen Anlass hergestellte CD. Mit Raritäten versteht sich. Da sind zum Beispiel Songs drauf, die noch nicht veröffentlicht wurden und Radiobeiträge. Doch damit nicht genug. 1993 verkaufte die Band eine Kassette. Das war, bevor wir den ersten Plattenvertrag hatten. Die Auflage belief sich damals auf etwa 350 Stück, erzählt Prescher. Für alle, die damals vergaßen, das Stück zu kaufen, gibt es nun eine zweite und letzte Chance. 25 Stück verkaufen wir. Die Lieder, die da drauf sind, wird es auch nie auf CD geben, sagt Prescher und heizt die Raritätenjagd an.
Aber eigentlich ist das Konzert, das an diesem Abend erklingen wird, schon Seltenheit genug. Noch nie haben wir so ein langes Konzert gegeben. Wir rechnen mit zwei Stunden. Dort gibt es Titel zu hören, die vor sieben oder acht Jahren aus dem Programm der Jungs flogen, Songs aus dem aktuellen Album Home-Made Cake Of The Day schwirren ebenso um die Ohren.
Damit das auch alles funktioniert, probte Days of Fate schon einige Zeit vorher. Bekannt sind wir dafür, dass wir immer erst sehr spät damit anfangen. Aber immerhin haben wir geprobt. Mit im Team ist auch Schlagzeuger Steffen Thiede. Für eingeschworene Anhänger kein Unbekannter. Thiede begleitete das Quartett sonst bei Live-Konzerten. Ab jetzt wird er aber immer dabei sein, verkündet Prescher.
Ein Geheimnis lüftet Prescher dann noch. Es gibt einige Lieder, die am 28. Dezember Premiere haben. Ein kleiner Fan-Test sozusagen. Denn schon im Mai soll eine neue Single erscheinen, im Herbst ein neues Album. Vielleicht bekommen wir es aus diesem Anlass hin, auf Deutschland-Tour zu gehen. Wenn sie weiter richtig rechnen, ganz bestimmt.
Ivette Wagner / -> zurück zur Auswahl
ORKUS Magazin, Juni 2003
Schlägt man das Booklet des Albums "Home-Made Cake Of The Day" auf, sind in der Mitte vier Jungs zu sehen, die einen ganz anderen Eindruck vermitteln als das, was man auf dem Tonträger vermutet. Diese Band könnte mit ihrem lässigen Look durchaus als Britpop-Combo durchgehen. Schon die ersten Takte des Openers "Perfect Time" bringen es aber ans Licht: das Quartett aus Dresden bietet astreinen und wunderbaren Synthiesound mit - das kann man nicht leugnen - einigen Britpop-Einflüssen.
Außerdem halten Days Of Fate eine weitere Überraschung parat. Ein kleiner Blick in ihre Vita offenbart, dass sie eigentlich keine Newcomer mehr sind, auch wenn man dies glauben möchte. Bereits Mitte der Neunziger haben Torsten K., Dirk S., René P. und André S. Musik gemacht und eine CD herausgebracht. Neben diversen Samplerbeiträgen haben sie auch eine viel beachtete Cover-Version des New Order-Klassikers "Bizarre Love Triangle" angefertigt, welche auf einem Tribute-Album erschien. Die Anfänge waren allerdings überschaubar, um es mal höflich auszudrücken. Torsten erinnert sich: "Begonnen hat alles mit drei Synthesizern, einem Mischpult, einem Mikrofon, einem ATARI ST 1040 und dem gemeinsamen Interesse an Musik." So entstanden die ersten Tapes, die dann unweigerlich einen ersten Plattenvertrag nach sich zogen. Schließlich kam das Debüt "Gates" auf den Markt. "Wir hatten beim ersten Album bloß das Problem, dass die CD fast nur in Sachsen erhältlich war", schildert André die Hürden. "An Vertrieb über das Internet war damals noch nicht zu denken, und so kam man in den alten Bundesländern nur schwer an die Platte heran. Erst als sie 1998 nochmals weltweit veröffentlicht wurde, konnte man sie fast überall kaufen. Außerdem haben wir allein in Sachsen Stückzahlen abgesetzt, die andere Bands im Independent-Bereich in ganz Deutschland erreichen. Es ist bloß nicht so breit getragen worden."
Jetzt können sich Days Of Fate aber mit stolzgeschwellter Brust zeigen. Ihr jüngstes Release strotzt nur so vor guten musikalischen Einfällen. Das Werk ist vielschichtig und bezieht unterschiedliche Elemente mit ein. Hört man sich beispielsweise "Open Sky" an, könnte man glauben, man lausche gerade einem alten Achtziger-Wave-Pop-Song. "X-Pose" hingegen ist mit seinen durchgehenden Beats und den sphärischen Klangteppichen in unserer Zeit anzusiedeln, am ehesten noch zu vergleichen mit Colony 5. Diese Mischung macht vielleicht den Erfolg in Pressekreisen aus. René gibt sich diesbezüglich auch recht selbstsicher: "Wir wissen, dass wir gute Arbeit abgeliefert haben und dass wir dafür auch gute Kritiken bekommen könnten, aber dass die ersten Resonanzen so euphorisch und überragend sind, hat uns positiv überrascht."
Überraschend ist auch der Titel der CD. "Home-Made Cake Of The Day" ist fern von den üblichen mysteriösen Namen, die Formationen aus diesem Bereich parat halten. "Wir fanden, dass es ein guter Aufhänger ist. Es ist ein Name, der auch hängen bleibt", erklärt André die Wahl dieses Titels für das Album. "Vor Cafés in Südeuropa findet man diese Schilder mit der Aufschrift Home-Made Cake Of The Day'. Das brachte uns auf die Idee. Diese Platte ist ja auch zum größten Teil home-made'." Der Titelsong hat indes weniger mit südeuropäischen Kaffeehäusern zu tun. Er erzählt von einer gescheiterten Beziehung - nur eines von vielen Themen, Welche das Quartett verarbeitet. Die Lyrics stammen allesamt von René. "Ich nehme die unterschiedlichsten Themen als Grundlage für meine Texte. Sie können sowohl autobiographisch als auch durch andere Personen oder Ereignisse inspiriert sein. Muss ja auch so sein. Wenn ich die Beziehungsthemen alle selbst erlebt hätte, müsste ich ja viermal so alt sein. Auch können die Erlebnisse und der endgültige Text sehr voneinander abweichen. Ich habe zum Beispiel mal ein Wochenende in Brighton in Südengland am Meer verbracht. Das Wetter war echt bescheiden mit Sturm, Regen und Gischt. Wenn ich allerdings jetzt den Text Von "Perfect Time", der daraus entstanden ist, anschaue, kann es so schlimm nicht gewesen sein. Die Naturgewalten waren überwältigend, und das hört man dem Song auch an."
Die Jungs werden demnächst live zu erleben sein. Unter anderem treten sie beim Wave Gotik Treffen auf; im Herbst startet eine Tour. Für Days Of Fate ist es stets ein Vergnügen, on stage zu sein. Auf die Frage, wie die Stimmung bei ihren Gigs sein, meint Torsten: "Sicherlich haben wir als Band zu wenig Abstand dazu, um das objektiv beurteilen zu können. Wir fühlen uns jedenfalls beim Publikum immer bestens aufgehoben. Wir spielen fast alles live, und das kommt beim Konzertbesucher an. Da wir uns auf der Bühne zusätzlich durch Schlagzeuger und Videoleinwand verstärken, rockt es einerseits, und andererseits ist es einfach ein Genuss fürs Auge. Wir versuchen, den gesunden Mittelweg zwischen synthetischen und akustischen Elementen zu finden und sind damit bis jetzt hervorragend gefahren."
Hervorragend werden sie sicherlich auch mit ihrem aktuellen Album fahren, das bereits von mehreren Online-Magazinen zur "Platte des Monats" gekürt worden ist. Und so bewahrheitet sich dann eben doch der Spruch: Selbst gemacht ist es am besten!
Daniel Dreßler / -> zurück zur Auswahl
Sächsische Zeitung, 12.05.2003
Beweis statt Verführung - Die Dresdner Band Days of Fate feierte ihr neues Album
Wiedergänger im Pop werden meist geschätzt, und Konzerte dienen gewöhnlich der Bestätigung dessen, was man kennt und lieben gelernt hat. Die Dresdner Band Days of Fate bot am Freitagabend in der Reithalle Straße E gleich eine doppelte Wiederkehr: Zum einen ist ihr Synthesizer-Pop musikalischen Vorbildern der Achtziger entlehnt. Zum anderen hatte das Quartett nach überraschendem Erfolg seines Debüts sich später für ein Jahr getrennt und dann wieder vereint. Dass man dem limitierten Feld der Tanzelektronik mehr abgewinnen kann als nur Samples plus sonore Stimme, beweist Days of Fates aktuelles (und gediegen produziertes) Album "Home-Made Cake Of The Day". Darauf ist so ein wunderschöner Popsong wie "Maybe", klavierselig startend, melodiebesoffen, geigenschwebend, ein prächtig ausgesungener Ohrwurm. Vielleicht 400 Gäste waren zur Feier der CD in die Reithalle im Norden Dresdens gekommen, so viele wie zur Lausitz-Party im Görlitzer Nostromo vor drei Wochen auch.
"Open Sky" machte mit schönem Refrain zu Beginn des Konzerts wirklich einen Himmel auf, und das auf dem Album noch reservierte "Covent Garden" zeigte, wozu ein zusätzliches Live-Schlagzeug gut sein kann. Torsten Klotz kann auch überzeugend singen, wenn wenig Hall unter seiner Stimme liegt. Aber auf seltsame Art und Weise haben Days of Fate zu viel gewollt: Eine schiefe Dramaturgie von einem Akustik-Teil zu bretternden Rausschmeißern. Einen rauhen Live-Sound mit Raumeffekten, wodurch leider die Gitarre auf einer Seite nicht zu hören war (?). Rätselhafte Filme liefen im Hintergrund. Das muss sich noch fügen, sparsamer werden, die Songs sind transparente Radiomusik. Der Auftritt sah noch nach Beweisen aus und nicht nach Verführung.
Eine Party für sich wollten die Musiker auch, das hat vermutlich am besten geklappt. Zu den Zugaben schmetterten sie fröhlich Robbie Williams: "Let me entertain you", lass mich dich unterhalten, beinahe eine Korrektur. Der Tanz war nur auf der Bühne. Das Publikum, nicht alle hatten nach zwei Vorbands Elan bis zum Schluss, stand freundlich da und schaute wie bei einer Andacht. Popkonzerte sind auch zur Andacht da und ein Glaubensbekenntnis.
Uwe Salzbrenner / -> zurück zur Auswahl
PluSZ-Magazin der Sächsischen Zeitung, 08.05.2003
Selbst angerührt, aber nicht hausbacken
Vorschusslorbeeren gab es im Herbst 2002 bereits reichlich für die Vorab-Single Nervous Times. Nach Trennung und über einjähriger Schaffenspause hatte niemand mehr so recht mit den Dresdner Electro-Poppern Days Of Fate gerechnet.
Die Fangemeinde reagierte umso euphorischer und die Szene wohlwollend auf das Lebenszeichen der vier Musiker um Songschreiber René Prescher. Jetzt hat die Single noch zehn Geschwister bekommen, seit dem 7. April steht das zweite reguläre Album in den Läden. Homemade cake of the Day heimste Kritikerlob von mdr-Sputnik bis zu SynthPop for the Masses ein. Wie gehabt dominieren eingängige Synthie-Melodien den Sound.
Aber Days Of Fate haben über den Genrerand gelugt. Hier und da befleckt eine akustische Gitarre, dort ein Piano-Intro den elektronischen Klangteppich. Die stimmliche Präsenz von Frontmann Torsten Klotz und die satte Produktion tun ein Übriges. Zum Anschnitt des frisch gepressten Kuchens (Cake) laden Days Of Fate nun zur Record-Release-Party und steigen live mit Schlagzeug-Verstärkung in den Syntheziser-Ring. Für das Aufwärmen der wintersteifen Glieder sorgen Headless aus Bautzen mit Future-Pop á la Apoptygma Berzerk. Nach den Live-Schaffen beschallt DJ 2.Pi.M die After-Show-Party mit Klängen aus dem Independent-Universum. (tf) / -> zurück zur Auswahl
SAX - Das Dresdner Stadtmagazin, Mai 2003
Ein feiner Cake - Days Of Fate feiern ihr neues Album
Nein, einfach hatten es die Fans von Days of Fate in den letzten Jahren nicht. Umjubelten Konzerten folgten Zeiten der Stille, dann kam gar die vorübergehende Auflösung der Band. Aber eben vorübergehend. Denn aus heutiger Sicht scheint diese Zeit der Suche und vielleicht gar Unsicherheiten einen Sinn zu haben. Denn vor fast genau einem Jahr meldete sich das Quartett um den charismatischen Sänger Torsten Klotz mit einer Single zurück. "Nervous Times" war ein eindrucksvolles Comeback, das gebührend gefeiert wurde. Und wenn am 9. Mai in die Reithalle zur Release-Party des Albums "Home-Made Cake Of The Day" gebeten wird, wird es nicht anders sein.
Denn für diese CD haben sich Klotz, Schwulera, Schuster und "Mastermind" Prescher ordentlich ins Zeug gelegt. Und das betrifft nicht nur die excellente Produktion. Mit dem Einsatz von Gitarren, Housebeats und - bei Auftritten - einem Drumset, wird nicht nur ein verfeinertes Songwriting und ein sicheres Gespür für Dramaturgie sichtbar, auch die Entschlossenheit, die die vier an den Tag legen, ist irgendwie neu. Wie an einer Perlenkette reihen sich die Dancefloor-Kracher, doch bisweilen wagt man auch die große Pose ("Maybe") oder das Midtempo (sehr gelungen: "Fields of Inspiration"). Keine Frage: Die CD ist ein "Durchhörer". Übrigens: Dass die Fangemeinde noch da ist, konnten DOF Mitte April bei einer Akustik-Show bei Saturn erleben - 200 Menschen waren so begeistert, dass die Autogrammkarten ausgingen.
Torben Neumann / -> zurück zur Auswahl
Sächsische Zeitung, 27.02.2003
Days of Fate sind zurück - Frühstück mit ... René Prescher und André Schuster / Von Ivette Wagner-Püschel
Mitte der 90er Jahre war ihre Zeit: Die Dresdner Band Days of Fate galt als ein neuer, heller Stern am Synthiepop-Himmel. Doch dann wurde es ruhig um das Quartett. Beim Frühstück in der "Planwirtschaft" sind Komponist und Texter René Prescher und Keyboarder André Schuster optimistisch. "Wir müssen uns jetzt erst wieder einen Namen machen. Ist man einmal raus aus dem Geschäft, wird es schwer", sagt René. "Die Branche hat sich ja auch nicht unbedingt in die positive Richtung geändert."
1993 finden sich Prescher und Schuster sowie Dirk Schwulera und Torsten Klotz. Ihr Stern steigt unaufhörlich. 1996 sind sie in Sachsen zu hören, zwei Jahre später verkaufen sie weltweit ihr Debütalbum "Gates". "Genaue Verkaufszahlen haben wir leider nicht", so René. 1999 dann die Trennung. "Wir konnten gut miteinander, waren befreundet. Musikalisch wollte aber jeder in eine andere Richtung", erzählt René. Bei Müsli, Kakaomilch und frischen Brötchen werden dann Erinnerungen wach. "Ein Jahr später haben wir es nicht mehr ausgehalten. Es hat wieder gekribbelt, und da haben wir beschlossen, dass wir es noch einmal versuchen." Ab 7. April können die Fans das Ergebnis der Wiedervereinigung hören. Dann erscheint die neue CD "Home-Made Cake of the Day". Im Frühjahr stehen Konzerte an, im Herbst wollen die Dresdner vielleicht auf Tour gehen. "Das hängt natürlich vom Erfolg der Platte ab."
Da ist dann auch mal Zeit für die wichtigen Dinge im Musikerleben. "Im Normalfall schaffen es Dirk und ich nur aller sechs Wochen, gegeneinander im Videospielen anzutreten", sagt René. "Bei der Tour hätten wir dann endlich Zeit." Proben können da auch schon mal ausfallen. "Das typische Days of Fate-Leben läuft eigentlich immer gleich ab", sagt André. "Ein Dreivierteljahr proben wir gar nicht und kurze Zeit vor den Konzerten fast rund um die Uhr."
Und dann sind da ja auch noch Freundinnen, die ein bisschen der wertvollen Zeit abhaben wollen, und die Jobs. André kümmert sich um die Belange der Band, René arbeitet im Musikladen 2.Pi.M. in der Neustadt, Torsten ist Banker und Dirk Dachdecker. "Logisch, dass Torsten die Geldgeschäfte regelt. Er dreht uns den Hahn zu und kümmert sich darum, dass durch Sponsoren auch Geld wieder reinkommt."
René outet sich beim Frühstück auch als Sportfan. "Mit Dirk gehe ich immer zu Dynamo Dresden. Torsten darf nicht mit, da verlieren die Jungs", sagt René lächelnd. Der Ausflug in eine andere Welt ist schnell beendet. Sie sind wieder bei ihrer größten Leidenschaft, der Musik. Dabei dreht es sich nicht nur um die selbst komponierte.
André will in diesem Jahr unbedingt Erasure im Konzert sehen, auf seiner Lieblings-Konzert-Liste rangiert Oasis vor den Red Hot Chili Peppers. Und deren Platten verkaufen sich sensationell. Die Chancen für ihre neue CD fassen beide so zusammen: "Platin werden wir wohl nicht bekommen, aber vielleicht wird es ja Blech."
Ivette Wagner-Püschel / -> zurück zur Auswahl
Sächsische Zeitung, 31.05.2002
Die Band Days of Fate stellt beim Konzert ihre neue Single vor.
"Hey wie geht's euch?" Diese Frage von Torsten, Sänger der Dresdner Band Days of Fate, wird mit begeistertem Jubel beantwortet. Nein, Dresden hat sie nicht vergessen, auch wenn lange nichts von ihnen zu hören war. Etwa 400 sind es, und sie alle wollen heute mit Days of Fate das Erscheinen der neuen Single "Nervous Times" feiern.
Doch im Vorfeld gab es einige Probleme zu lösen. Denn eigentlich wäre das Konzert in Flughafenterminal 1 geplatzt, aber die Jungs haben keine Mühen gescheut und innerhalb von 24 Stunden eine neue Location organisiert. Und so wird das partywütige Volk ins Kilowatt geleitet. Die damit verbundene zeitliche Verschiebung nimmt auch niemand so wirklich übel.
Den Job des Opening Acts übernehmen die Dresdner Versus, die mit ihrem Synthie-Pop die Leute mächtig in Stimmung bringen. Es fliegen sogar Plüschtiere auf die Bühne. Weiter geht's Absurd Minds, ebenfalls aus Dresden. Mit ihrem Stil - gemäß Project Pitchfork - bringen sie das Partyvolk mächtig in Fahrt! Und wieder fliegen knuffige Stoffhasen. "Ja, sind wir denn hier bei den Backstreet Boys?", fragt ein Fan.
Kurz vor Mitternacht sind dann die Headliner an der Reihe. Nacheinander betreten Dirk (synth), André (keyb), René (keyb, git) und Torsten (voc) die Bühne. Und ein Schlagzeuger darf bei den Live-Auftritten auch nicht fehlen! Von Anfang an brennt die Luft, die Menge geht voll mit, auch bei den unbekannten neuen Stücken. Und die Musiker legen sich mächtig ins Zeug. Durch den Einsatz von Videotechnik, durch Gitarre und Schlagzeug ist auf der Bühne immer was los. Als dann die neue Single "Nervous Times" angekündigt wird, steigt die Stimmung noch einmal. Das Publikum ist recht angetan von dem Titel. Von Days of Fate fordern die Zuhörer eine Zugabe. Eine davon ist "Wonderwall" von Oasis - very unplugged - nur mit Gitarre! Spätestens jetzt ist der Siedepunkt erreicht.
Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie die breite Öffentlichkeit auf den neuen Silberling reagiert. Seine Feuertaufe hat er jedenfalls mit Bravour bestanden. In den nächsten Tagen wird "Nervous Times" im Plattenladen erhältlich sein.
Nadja Notzke -> zurück zur Auswahl
Refraktor, 28.05.2002
DAYS OF FATE live am 25.05.2002 im Kilowatt Dresden, Record Release Party
Lange ist es her, dass Days Of Fate ihre letzte CD veröffentlicht haben. Nun ist es wieder soweit, soeben ist die neue Single "Nervous Times" erschienen. Und wie sich das gehört, wird so ein Ereignis mit einem Record Release Concert gefeiert. Einladen hatten sich die Vier außerdem noch die beiden Bands "Versus" und "Absurd Minds". Nach einem etwas missglückten Start (die eigentliche Location wurde einen Tag zuvor abgesagt und man musste umplanen) begann die Party aber trotzdem noch im Club Kilowatt Dresden.
An die 500 Gäste fanden sich ein, um den Klängen der neuen Songs zu lauschen. Unterstützt wurden Days of Fate von den beiden Dresdner Bands "Versus" und "Absurd Minds"....Kurz vor Mitternacht war es dann endlich soweit und die vier Hauptakteure betraten die Bühne und gaben von Anfang an Vollgas. Von Ihrem aller ersten Hit "Master Of Disaster" bis hin zur aktuellen Single "Nervous Times" gab es alle Perlen der fast achtjährigen Bandgeschichte zu hören. Aber auch viele neue Stücke vom im Oktober erscheinenden Album gaben Torsten, René, Dirk und André zum Besten. Für Abwechslung sorgten kleine Filme, die passend zu den Songs auf einer bühnenfüllenden Leinwand gezeigt wurden. Aber auch musikalisch haben sich Days Of Fate enorm weiterentwickelt. Ein zusätzlicher Live-Schlagzeuger würzte mit seinen Einlagen den melodischen Electropop der Dresdner und René griff bei einigen Songs zur E- oder Acoustic-Gitarre. Besonders bei den neuen Songs wusste diese instrumentale Erweiterung zu überzeugen. René und André wechselten sich bei der gesanglichen Unterstützung Torstens ab und tobten (René) bzw. schlichen (André) dabei über die Bühne. Highlights des fast 90minütigen Konzert waren unter anderen das wunderbar balladeske "Gradual Decline" und die neue Ohrwurm-Single "Nervous Times". Am Ende der zwei Zugaben brachten Days Of Fate dann noch einen ihrer Live-Klassiker, "A Forest", eine Coverversion der britischen The Cure. Spätestens jetzt hatten sie auch den letzten Zuhörer für sich gewonnen. Fazit: Das wird das Jahr von Days Of Fate, wenn sie es schaffen, einen diesem Konzert würdigen Longplayer fertig zu stellen (und natürlich zu veröffentlichen).
Sebastian Sollfrank / -> zurück zur Auswahl
Dresdner Neueste Nachrichten, 28.05.2002
Voller Saal trotz abgebrochenem Start - Großes Interesse an neuer Days-of-Fate-Single - Konzert vom Terminal 1 des Flughafens ins Kilowatt verlagert
Abheben konnten die vier Synthiepopper aus Dresden nun nicht mehr, denn die Starterlaubnis vom Terminal 1 des Dresdner Flughafens wurde kurzerhand entzogen. Glück im Unglück, denn das Ausweichquartier Kilowatt bot sich von Größe und Ambiente durchaus an. Alle Schaulustigen bekamen einen Platz, standen nicht weit verteilt und waren trotzdem genötigt, nah an die Bühne heranzutreten. So hatten schon die im Vorprogramm auftretenden Absurd Minds leichtes Spiel, ein williges Publikum um den Finger zu wickeln. Durchgestylte Tonfolgen, etwas düsterer Gesang, weit aufgerissene Augen des Sängers Stefan Großmann und seine ausladende Gestik, das war ihr typischer Stil, mit dem sie manche Unzulänglichkeiten überspielen konnten. Die gesanglichen Schwachstellen überschatteten jedoch das düstere Erscheinungsbild jener Dresdner Formation, die mit Days of Fate nicht erst seit der Single "Nervous Times" gemeinsame Sache machen und sich ebenfalls vom Synthiesound bereitwillig führen lassen.
Days of Fate, gegen Mitternacht an den Instrumenten angelangt, hatten augenscheinliche Lust, ihre neue Single vorzustellen. Drei Keyboards auf der Bühne verdeutlichten bereits, worum es auch hier ging - elektrisch erzeugte Klangbilder, vor die sich ein zumeist schmeichelnder Gesang stellte. Ganz in der hintersten Ecke war dann noch ein Schlagzeug auszumachen, das aus Platzgründen fast unerkannt blieb. Die Einwürfe, die von dort kamen, waren frisch und unverbraucht, eine hörbare Bereicherung, genau das, was ein individueller Stil braucht. Nur bekam das Publikum nicht durchgängig solche Leckerbissen vorgesetzt, und teilweise gingen die Drum-Beiträge auch im restlichen Arrangement unter. Ähnliches gilt für Gitarrensprengsel, die den Songs hier und da aufgesetzt wurden. Mit etwas mehr Mut zum Detail hätten Days of Fate jene Spielereien besser verkaufen können, denn diese handgespielten Zugaben sind nicht derartig variabel wie die Auswürfe eines Synthesizers und für den Wiedererkennungswert ungemein nützlich.
Mit ihrem alten Erfolgssong "Master of Disaster" und neuen Stücken, z.B. dem New Order Cover "Bizarre Love Triangle", "The Time is Right" und "Nervous Times" hatten sie mindestens drei eingängige Stücke im Programm, die ein ergiebiges Potential erkennen lassen. Nur die angekündigten Videoprojektionen verloren sich etwas im Rampenlicht. Weder das angedeutete Roadmovie zu "Nervous Times" noch die anderen Bildsequenzen waren während der Songs eindeutig auszumachen, aber die Schuld daran ist weniger bei Technikern zu suchen, sondern war dem begrenzten Raumangebot anzulasten. Auf jeden Fall nutzten Days of Fate die Möglichkeit und holten dem Publikum den Namen wieder ins Gedächtnis zurück. Wenn im Herbst das Album zur Single erscheint, wartet die Synthiepopszene sicherlich gespannt auf ihren nächsten Auftritt.
Stephan Wiegand / -> zurück zur Auswahl
PluSZ (Sächsische Zeitung), 23.05.2002
Probeflug am Boden - Erst aufgelöst, dann wieder vereint: Die Dresdner Band DAYS OF FATE wagt einen Neuanfang
René Prescher hat als Musiker logischerweise Ideale und ist trotzdem bekennender Pragmatiker. "Wer nicht losgeht, kann auch nicht ankommen", sagt er. Diese Binsenweisheit setzt er mit seiner Band Days Of Fate jetzt konsequent um. Nach reichlich einjähriger Pause geht die Band wieder los. Und wie. Zunächst fast konspirativ veranstalteten Test-Konzerten folgt Ende Mai mit "Nervous Times" eine neue Single. Und deren Erscheinen wird jetzt im alten Terminal des Dresdner Flughafens groß gefeiert. Mit einem Konzert von Days Of Fate natürlich, die sich aber gleich noch die Bands Versus und Absurd Minds an ihre Seite holten. "Für dieses Spektakel haben wir uns auch finanziell weit aus dem Fenster gelehnt", erklärt Prescher. "Schon der Ort steht für einigen Aufwand, dazu kommt eine Licht-Anlage, die es wirklich in sich hat." Technik vom Feinsten sei für diesen Abend geordert, ein befreundeter Video-Bastler steuert seine Künste bei, und auf die Fans setzt man natürlich auch. Prescher: "Wir rechnen schon damit, dass genug Leute kommen, um die Halle zum Kochen zu bringen." Bei Auftritten wie zuletzt Anfang Mai zur "World Violation Party" in Dresden registrierte er ein immer noch großes Interesse der Fans am Treiben von Days Of Fate. "Was nach der Pause ja alles andere als selbstverständlich ist", sagt Prescher. "Wer im Pop-Geschäft auch nur befristet aussteigt, muss damit rechnen, sofort ersetzt zu werden. Wir haben da offensichtlich Glück gehabt."
Dass die Mitte der 90er Jahre so hoffnungsvoll gestartete Electro-Pop-Truppe trotz der 1999 selbst verordneten Auszeit nicht vergessen war, konnte Prescher an den ungewöhnlichsten Orten feststellen. Als er seinenZivildienst im Dresdner Joseph-Stift leistete, musste er zumindest einigen der Kollegen nicht lange erklären, wie seine Musik klingt. "Klar, das habe ich doch auf Kassette, hieß es ein paar mal, andere kannten zumindest jemanden, der eine unserer CDs besitzt", erzählt der 27-Jährige. Weil er die Songs der Band weitgehend solistisch komponiert und textet, machte ihn diese unerwartete Popularität stolz. Und natürlich schneller kompromissbereit, als ein Neubeginn diskutiert wurde. "Erst hat uns der Stress mit Plattenfirmen Nerven gekostet - die eine konnte keinen deutschlandweiten Vertrieb organisieren, die andere schon, machte aber im entscheidenden Moment Pleite", erinnert sich Prescher. "Und dann stritten wir um die stilistische Entwicklung. Einer wollte wie Portishead klingen, TripHop-Elemente einbauen, ein anderer hatte plötzlich sein Herz für Britpop á la Oasis entdeckt. Da ging nichts mehr wirklich nach vorn - und so ließen wir es halt ganz bleiben."
Aus den Augen verloren sich die Vier aber nicht, dafür waren sie zu gut miteinander befreundet. Als eines Tages die Entzugserscheinungen unübersehbar, da Kribbeln in den Fingern immer stärker und die kreative Unruhe nicht mehr bezähmbar wurden, konnten sie sich plötzlich alle wieder auf eine klangliche Grundrichtung einigen. Prescher: "Was wir machen, bleibt elektronischer Pop, nur die Zutaten werden vielfältiger." So bedient er selbst neben den Keyboards jetzt häufiger die Gitarre, die dennoch nie den Band-Sound dominieren soll. In der House-Ecke holte man sich Anregungen, die Trends im Synthie-Pop werfen sowieso ihre Schatten aufs Schaffen der Band. "Wir fühlen uns in dieser Sparte wohl", erklärt Prescher. "Also bleiben wir da auch."
Als Chef eines Pirnaer Musikladens hat er aber auch ein Faible für akustisches Musiziergerät. Und so wird die Band bei allen Konzerten von einem Schlagzeuger unterstützt. Für die anstehende Produktion des neuen Albums will er sogar eine Geigerin gewinnen. Die neue Vielfalt wirkt sich eben aus. Dass die Band jetzt einen neuen Plattenvertrag hat, verdankt sie allerdings reinem Synthie-Sound. Für den New-Order-Tribute-Sampler einer New Yorker Firma durften sie einen Song beisteuern, was ihnen auch hier zu Lande Aufmerksamkeit verschaffte.
Das Berliner Label RCO griff sich die Dresdner, wurde von der Fan-Euphorie bei den Test-Konzerten überrascht und stockte prompt das Budget fürs anstehende Album auf. Das soll im Herbst erscheinen, für vier weitere sind die Konditionen bereits geklärt. Prescher: "Dann kriegen wir hoffentlich nicht nur gute Kritiken, sondern können vielleicht auch CDs verkaufen. Zumindest kommen sie dank eines funktionierenden Vertriebssystems überhaupt erst mal in die Läden." Für die nötige Werbung will die Band mit dem für sie einfachsten Mittel sorgen: Konzerte, Konzerte, Konzerte. Losgehen eben, um diesmal anzukommen.
Andy Dallmann / -> zurück zur Auswahl
Sächsische Zeitung, 22.05.2002
Landung auf dem Flughafen / "Days of Fate" präsentieren ihre neue Single
Die "Tage des Schicksals" sind gezählt. Dies könnte der geneigte Hörer meinen, wenn es um die musikalische Abstinenz der Dresdner band "Days o Fate" geht. Über fünf Jahre sind seit ihrem Debüt-Album "Gates" vergangen, wenn die vier um Bandchef René Prescher am 27. Mai ihre neue Single "Nervous Times" veröffentlichen.
Neben dem Titelsong überzeugt die Band vor allem mit dem New-Order-Cover "Bizarre love triangle". Aufwendig arrangierter Elektro-Pop, der zum rhythmischen Kopfnicken animiert, aber immer noch an Synthi-Größen á la "Depeche Mode" erinnert. Um Gitarre und Schlagzeug verstärkt, ist die musikalische Weiterentwicklung der Band auf der Suche nach Eigenständigkeit spürbar. Die soll dann auf dem im Herbst erscheinenden zweiten Studioalbum gefunden sein.
Ihr Urteil können sich die immer noch zahlreichen Fans am 25. Mai selbst bilden. "Days of Fate" lädt zur Record-Release-Party in den Terminal 1 des Flughafens. In exclusiver Atmosphäre mit impulsiver Licht- und Video-Show stellen die Electro-Popper neben ihren alten Hits wie "Master of Disaster" und "My Decision" auch neues Material vor. Im Vorprogramm treten "Absurd Minds" und "Versus" auf.
Lars Kühl -> zurück zur Auswahl
BiLD Dresden, 16.11.2001
Days of Fate wieder vereint ...und sofort Erfolg in den USA
Im Oktober 1999 hatte sich die Dresdner Kult-Band "Days of Fate" aufgelöst. Nach großen Radiohits wie "Master of Disaster" und dem Album "Gates" ging es einfach nicht weiter. Doch vor wenigen Monaten trafen sich René, Torsten, Dirk und André wieder - denn ein dicker Auftrag stand an! Für das Album "True Faith - A Tribute to New Order" wurde aus Amerika eine Cover-Version gewünscht. Wer lehnt so was schon ab?! Schließlich ist die britische Band New Order ("Blue Monday", 1983) eine Ikone und feiert gerade ein geniales Comeback. "Wir entschieden uns für das Stück "Bizarre Love Triangle", so Dirk zu BILD. "Das hatte die meiste Power." Schon jetzt gibt es für das Album weltweit Vorbestellungen, sogar aus Brasilien. Verkaufsstart in Deutschland: Januar 2001, bei Synthphony Records. Zur gleichen Zeit gehen die Jungs ins Studio, nehmen neues Material auf, welches im Mai erscheinen soll. "Nach unserer kleinen Pause sind wir wieder voller Ideen", lacht Dirk. Und die Dresdner Fans warten gespannt.
Robert Kuhne / -> zurück zur Auswahl
Dresdner Neueste Nachrichten, 12.07.2000
Und ewig lockt die Bühne
Die Musiker von Days of Fate sind erneut gekitzelt und wagen sich heute wieder vor ein Publikum, um nach zwei Jahren Bühnenabstinenz der verhängisvollen Zeit ein Ende zu setzen.
Setzten die Elektriker in vergangenen Tagen nur auf den Ausdruck des Keyboards, so verlässt man sich heute bei Days of Fate nicht mehr nur auf eingemottete Töne, sondern trägt eine wirkliche Gitarre mit sich und zeigt, was es damit auf sich hat. Besondere Beachtung verdient in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass nicht nur drei Synthesizer das Verständnis für den Rhythmus erzeugen wollen, sondern Drums werden zum Neustart altmodisch mit der Hand bedient - eine Showeinlage, die, früher noch befremdlich, der Band neue Ausdrucksmöglichkeiten verschaffen soll.
Bei Days of Fate untermalt eine Musik, die linear zusammengestellt wurde und ohne belastende Schnörkel auskommt, die Texte, die nach eigenen Angaben genügend Platz für selbständige Gedanken haben.
Stephan Wiegand / -> zurück zur Auswahl
SAX, Dezember 1996
Days of Fate >>gates<< gut
1990, als die Deutsche Mark just am gesamtdeutschen Firmament erstrahlte, hatte René Prescher sein erstes Westgeld in der Tasche und ein Keyboard, vor dem er Tag und Nacht saß, beinahe wie der Gates Bill. René experimentierte, bastelte an Rhythmen, Melodien, nagelte und feilte an jedem Ton, bis derselbe paßte, in den Ohren wahrscheinlich Depeche Mode. Zwei Jahre waren ins Land gegangen, da hoben er und Dirk S. auch schon die erste Band aus der Taufe: "Disaster's Time", und "so klang's dann auch", kommentiert Dirk heute lakonisch. Dann ging's Schlag auf Schlag: In der Disco lernten sie André kennen, und den vierten im Bunde, Torsten, entdeckten die drei infolge intensiver Fahndung nach einem Sänger. Days of Fate waren komplett, und der erste Promotionauftritt bei Elf99 auf RTL folgte auf dem Fuß, denn in Sachen PR waren D.o.F. immer schon Überflieger.
Mittlerweile liegen drei Maxis von Days of Fate im Plattenladen, freilich unmittelbar neben Depeche Mode. Nun gesellt sich auch das Debütalbum namens "Gates" zu den illustren Nachbarn. "Das liegt einzig am Bandnamen, am 'd' ", protestiert René, um jedoch im nächsten Augenblick grinsend hinzuzufügen: "Natürlich, wir sind stark beeinflußt worden von 'DM', waren auch alle Fans außer Torsten, doch die Band ist unerreichbar. Und jetzt versuchen wir halt Sachen zu machen, die schlichtweg anders klingen."
Ganz normale Jungs von nebenan sind sie geblieben, die vier. Normal auch die Berufe, denen sie trotz der Musik noch nachgehen. Der eine ist beispielsweise Bankkaufmann, ein anderer Dachdecker. Und die Musik, die sie machen, ist für jedermann, für "Otto Normalverbraucher" sozusagen: "egal, ob Student oder Arbeiter oder auch Ältere um die Dreißig", umreißt Dirk kurz die Zielgruppe. "Und wir hoffen, daß bei denen auf dem Weihnachtstisch 'Gates' liegt." Kurzum, das ist Musik für die ganze Familie, ein idyllisches Bild: Unter dem Weihnachstbaum schlagen sich die kleinen Racker die Köpfe ein, und im Hintergrund wippt die Großmutter ekstatisch mit den Augenlidern zum Synthie-Pop made bei D.o.F.
Ein Teil der Fans kommt aus der Plüschtierfraktion, ist also zwischen 12 und 16 alt. Doch die, so René, seien zu sprunghaft und laufen jedem Trend hinterher. Beim City-Beat auf Energy Dresden, bei dem D.o.F. drei Nummer-1-Hits landeten, zahlte sich dies allerdings aus. Trotzdem, ungleich schmeichelhafter sein Fans ab 16, so Dirk. Denn eine Eintagsfliege wollen D.o.F. keinesfalls sein, und das spiegelt sich auch auf "Gates" wieder.
Im Gegensatz zu den drei Singles sind die acht neuen Songs nicht mehr so durchsichtig und transparent strukturiert. Bei "Master of Disaster" sind die Beats noch sperrig und vertrackt, die Sounds grobschlächtig. Die Axt, mit der der Computer bearbeitet wurde, schimmert hindurch, und Elektronik-Handwerker der 80er à la "Kraftwerk" lassen grüßen. Sicherlich, auf ihrem Etikett steht wie von jeher Synthie-Pop, und als EBM-Band will man sich nach wie vor nicht betiteln lassen, doch etwas hat sich gewandelt: "Ich will Leben, Wärme in meiner Musik, nichts Statisches", wirft sich Dirk mit der Inbrunst eines Eine-Welt-Laden-Besitzers ins Zeug.
Gemeint sind die klassischen, natürlichen Instrumente, die mittels Sampler in die neuen Songs eingearbeitet wurden, die der Elektronik die Sterilität nehmen sollen: Eine spröde Konzertgitarren-Melodie wirft sich beispielsweise beim Instrumental "it kills" in die Netze bizarrer Elektro-Musik-Linien und wird tatsächlich aufgefangen, ohne sich zu verheddern. Dass sie sich stilistisch gewandelt haben, liege in erster Linie am veränderten Geschmack, verrät René. Er selbst verschmäht weder Oasis noch die Pet Shop Boys, und Dirk läßt sich hin und wieder von Metallica berieseln. Dem eingefleischten Anhänger echter Vollkorn-Gitarrenläufe wird dennoch der D.o.F.-Sound wie ein Hamburger anmuten, der in Öko-Papier eingewickelt ist. Was den D.o.F.-Songs allerdings nach wie vor eigen ist, das ist die Spannung, die Torstens charakteristische Stimme erzeugt. Die wurde durch jahrelangen Gesangsunterricht gestählt, "damit ich nicht so ende wie Stefanie Hertel", so Torsten, denn die habe mittlerweile Stimmknötchen. Eines ist jedenfalls gewiss, auf eine Unplugged-CD wird die Fangemeinde von D.o.F. in absehbarer Zeit wohl vergeblich warten.
Mit dem Dresdner Label "SAP", ein Unternehmen von Bernd Aust, hat D.o.F. selbst Kontakte geknüpft. Problematisch ist mittlerweile der Vertrieb, der nicht über die Grenzen unseres grün-weissen Landes hinausgeht, doch die Rechte für "Gates" liegen noch vertraglich bei SAP.
Trotz alledem, hoch hinaus wollen die vier. Mit größeren Labels steht man bereits in Verhandlungen, auf dass im Plattenladen Depeche Mode vielleicht einmal neben Days of Fate liegt, obwohl: Natürlich nur wegen des Buchstabens.
Stephan Liskowsky / -> zurück zur Auswahl
Sächsische Zeitung, 15.11.1996
Ergebnis ohne Heimvorteil - Days Of Fate feiern Record-Release-Party im Star Club
Eine Band haben wir fast alle mal gegründet. Szenebestandteil sind aber die wenigsten geworden. Kaum einer schafft den ersten Auftritt, von einer Schallplatte ganz zu schweigen. Die erste Auslese treffen individuelle Entschlossenheit und Beharrlichkeit, aber schon Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu treffen, gehören zu den mehr oder weniger günstigen Randbedingungen. Torsten (Gesang), André, René und Dirk (alle Keyboards), alle Anfang 20, kennen sich eben, wie man sich kennt.
Ihre Band Days Of Fate gibt es seit April 1993. Aus der Zeit seitdem haben sie die Überzeugung gewonnen, dass es schlimm sei, eine Dresdner Band zu sein. Sie begründen es vor allem mit fehlenden Auftrittsmöglichkeiten, die wohl an einem Mangel an Risikofreude der Veranstalter lägen und beklagen das Fehlen eines "Heimvorteils". Aber dann fallen ihnen doch einige Häuser in Sachsen ein, für die das nicht gilt: das Brennhaus in Dresden, das Tivoli in Freiberg, B-Plan in Chemnitz, Anker in Leipzig, Saxim in Neustadt. Im Dresdner Star Club steigt am Sonnabend ab 21 Uhr die Release-Party zu ihrer zweiten Single "Conclusions". Das kann man mit Schluss, Ende, Entschließung oder schlicht mit Ergebnis übersetzen. Die erste, "My Decision", wurde ebenso wie die jetzige bei einem Dresdner Label produziert .
Ich kenne sie aus dem Sweatwater Recordstore. Der hat nicht nur die Legenden, sondern auch einen Platz im Regal, der für Regionales reserviert ist. Beides ist ebenso wichtig für eine funktionierende Szene wie die Rundfunkunterstützung durch Radio Energie oder dass "Drehscheibe Dresden" ein Video zur neuen Single dreht. Die Band definiert ihren Stil als "Technopop". Sie klingt dabei stark nach Depeche Mode. Aber Beispiele gibt es viele, dass aus Nachempfinden Eigenes wuchs. Zur Release-Party der zweiten Single wird es tanzbar zugehen. Für die Gäste wird es einfach ein Konzert sein, ein Meilenstein aber für eine junge Band. Und vielleicht auch ein wenig für das, was man lokale Szene nennt.
Ulf Krüger / -> zurück zur Auswahl
PluSZ, 14.11.1996
Schicksalhafte CD-Premiere
Lange haben sie ihre Fans warten lassen, jetzt bringen die Herren von DAYS OF FATE ihr erstes Album in die Läden. Am 16.November präsentiert die Synthie-Pop-Kapelle aus Dresden ihre Debüt-CD "Gates" zur obligatorischen Record-Release-Party im hiesigen Starclub. Dann ist ausser den frisch gepressten Tonträgern natürlich auch ein Konzert der Band zu erwarten. Schliesslich brachten sie es genau so zu ihrer mitterweile unübersehbaren Fangemeinde: im Gegensatz zu etlichen anderen Pop-Kappellen sind die Days Of Fate kein Retortenprodukt, sondern haben sich von Konzert zu Konzert nach oben, sprich: bis zum ersten Album vorgearbeitet.
Andy Dallmann / -> zurück zur Auswahl
Dresdner Neueste Nachrichten, 20.11.1995
Ohrwürmer im Synthiesound - Teens und Twens feierten Kult-Band Days Of Fate aus Dresden im Starclub
Im Staubitzbad bei Döbeln sollen es über 3000 Leute gewesen sein. Auftritte in Berlin, Leipzig und Riesa waren kaum minderstark besucht. Und aus dem Radio Energy trällern ständig ihre Erstlinge "My Decision" und "Master Of Disaster". Nur in Dresden ließen sie ein Jahr auf sich warten, was sich aber in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag im Starclub (ausverkauft) schlagartig änderte: Days Of Fate traten um 22:50 Uhr ins rote Rampenlicht, Teenies kreischten, alle wollten nur das eine: Party. Dresden scheint tatsächlich (wieder?) eine Band zu haben, die so etwas wie Teenie-Kult-Status genießt und dabei bewusst auf kommerzielle Ohrwürmer im Synthie-Sound setzt.
"Ihr seid Meister im Verwirrungsstiften", schimpft augenzwinkernd Robert Kuhne, Ex-Szene-Schreiber bei BILD, heute beim Überfall (Crash Communications) und so was wie ein Manager des Quartetts. Kuhne weiß, was Journalisten hören wollen, gibt Fakten und Geschichte in knappen Worten preis. Ein Segen, denkt sich der Interviewer, denn Dirk und René sind ja wirklich nette Kerle, doch Fragen so zu beantworten, dass man die Antwort versteht, ist nicht ihr Ding.
Warum auch ernsthaft sein? Das Leben ist kurz genug, also wird auf Teufel komm raus gewitzelt. Und wenn man nur lange genug zuhört und nachfragt, erfährt man doch einiges. Days Of Fate ("Tage des Schicksals"), die es seit 1993 gibt und vorher als "Disaster´s Time" musiziert haben, gingen in diesem Sommer ins Studio, um ihre neue Maxi-CD "Conclusions" aufzunehmen. Am Mischpult saß Ostdeutschlands wohl bekanntester Toningenieur Omar Samhoun (arbeitete unter anderem mit den New Yorker Philharmonikern und James Brown).
Der Fan-Club (Fan-Base) sowie Sänger Torsten Klotz (23) erwarten nun eigentlich den bundesweiten Durchbruch. Ein Video auf VIVA-TV ist angedacht, das Drehbuch ist schon fertig. An Selbstbewusstsein also mangelt es den "Fates" nicht. Doch hagelt es auch Kritik. Den "wahren" Techno-Freaks, zumeist Puristen, sind die "Fates" ein Dorn im flashlight-umzuckten Auge. Kommerzhuldigung lautet ein Vorwurf an die Synthie-Popper, die Ruhiges und weichgezeichnetes Technohartes im Repertoire haben. Ein anderer Vorwurf: Die Gitarren fehlen. Da hat René nur ein Lächeln übrig. "Viele plädieren für Toleranz, sind aber engstirnig. Warum nicht Synthie-Musik ohne Gitarren?" Ansonsten lässt sich die Musik auch kaum einordnen, meint Dirk, da alle möglichen Einflüsse eine Rolle spielen. "Sicher", gibt Dirk zu, "momentan sind wir in Streicher und Chöre vernarrt. Klassik ist doch was Schönes."
Clever verhalten sich die "Fates", wenn es ums Sponsoring geht. Da ist zum Beispiel die Sparkasse oder Rhythmus 2011. Kein Wunder, beides Firmen, wo "Fater" beschäftigt sind. Unbedingt hervorzuheben sei in diesem Zusammenhang Hendryk Proske, der bis 31. Oktober bei Energy arbeitete. "Das ist ein großer Förderer. Der macht keine großen Sprüche, sondern handelt. Von solchen Menschen gibt´s viel zuwenig", sagt René.
René ist übrigens so was wie der (beim Auftritt im Star Club blondgefärbte) Text- und Melodie-Kopf der Gruppe. Ihm fallen die eingängigen Hooklines und Harmonien ein, die er zu den Proben mitbringt, wo sie dann im Quartett verarbeitet werden. Noten spielen keine Rolle.
Eine große Rolle spielen dagegen persönliche Erlebnisse. Die beiden neuen Stücke Conclusions und For You handeln nämlich - wovon schon - von "Kirschen". Jenen, die Torsten und René mal "weggekommen" sind. An Nachschub scheint es jedoch nicht zu mangeln. Jedenfalls tummelten sich im Star Club direkt vor der Bühne vor allem "Kirschen" und der Fanclub mit Transparent, alle so im End-Teenie- und Anfang-Twen-Alter. Kaum eine unter ihnen, die nicht mit einem der vier Dresdner "Fates" mal in der Klasse gewesen ist oder einen kennt, der einen der vier kennt ...
Der Abend im Star Club war eine Record-Release-Party. Nach langen Querelen mit ihrer Plattenfirma (wollte keinen bundesweiten Vertrieb, glaubt(e) wohl nicht an den Erfolg), vertreiben die "Fates" ihre Neuveröffentlichung selbst. Zum Konzert packten sie rund ein Dutzend eigene Stücke aus, mal was fürs Herz (Feuerzeuge gingen trotz der Superstimmung nicht an), mal was Flottes zum Mitklatschen, alles irgendwie nett und so eingängig, dass bei einem Ersthörer kaum was hängen bleibt.
Was soll´s. Das Fernsehen (TV-Stadtmagazin) war da, um die schmucken Jungs (weiße Schlabberhemden, schwarze Jackets und Hosen) abzulichten. Ungekrönter Herzensbrecher: der frisch gegelte Sänger Torsten mit dunkler, sonorer, umsäuselnder Stimme, gelegentlich gesanglich ergänzt durch "Blondie" René und Langhaar André. Zwei Mal ging im Saal das Licht an, damit die TV-Leute auch schön filmen konnten (klar, dass dann zeitweise mächtig mitgeklatscht wurde). Fünf Zugaben gab´s. Alles Stücke (bis auf die Coverversion von Cures "A Forest"), die vorher schon gespielt wurden. Die Jung-Fans waren selig. Meistgenannte Kommentare in der Kurzumfrage: "Geil", "Supääär", "Hätte nicht besser sein können". Kein Wunder also, wenn die 15-Mark teure aktuelle Maxi-CD "Conclusions" anschließend wegging wie die warmen Semmeln.
Ralf Redemund / -> zurück zur Auswahl
Dresdner Morgenpost, 11.11.1995
Vier Dresdner Jungs starten durch - "Days of Fate" auf Chartkurs mit neuer Single
"Days of Fate" heißt übersetzt soviel wie "Tage des Schicksals", doch die Dresdner Synthiemusiker haben Monate voller Arbeit hinter sich. Nach der ersten Single "My Decision / Master of Disaster" gab es Trouble mit der Plattenfrima, und nach der Versöhnung kommt nun endlich die zweite Single "Conclusions". Neben dem Titelsong ist mit "For You" noch ein zweiter Track auf der Neuerscheinung, als Wartebonus sozusagen. Am 18. November feiern Sänger Torsten, Dirk, André und René im Star-Club ihre Record-Release-Party. Dort gibt's für die Fans auch gleich die Platte zu kaufen, bevor sie ab 20. November in die Läden kommt. Musikalisch haben sich Days of Fate auch erweitert: Neben klassischen Synthie-
Sounds hört man jetzt auch andere Beats, u.a. mit Techno-Einflüssen. "Wir bleiben (noch) ohne Gitarre und Live-Schlagzeug" versichert Keyborder René. Passend zu den neuen Songs präsentieren sie sich live: einheitliches Bühnenoutfit und "Blondie" René. "Das Management entscheidet über unsere Köpfe hinweg" beschwert er sich lachend über die ihm verordenten blonden Haare. Die Show wird übrigens aufgenommen und im Studio zu einem Video zusammengeschnitten VIVA-Gucker können den Clip vielleicht bald auf der Mattscheibe sehen. Schließlich werden "Days of Fate" schon wie die Stars bei Konzerten mit Kuscheltieren übersät, und es gibt auch einen Fanclub. Zum vollen Erfolg fehlt nur noch die Longplay. 14 Titel haben "Days of Fate" im Programm, jetzt ist es nur noch eine Kostenfrage für die Plattenfirma Doch allein die Single bringt Streß. Neben ihren Jobs als Zivi, Bankkaufmann oder Azubi läßt ihnen die kommende Sachsen-Tour sicher wenig Freizeit.
Dresdner Morgenpost, 01.04.1995
Days of Fate im Studio belauscht
Days of Fate mischen wieder ab: Nach dem Durchbruch mit ihrer ersten Maxi-CD "My Decision/Master of Disaster" kommt am 29. Mai die zweite Synthie-Scheibe der Band heraus. Im New Art-Tonstudio Medingen haben wir die Dresdner Band bei den Aufnahmen belauscht.
Das Studio liegt "getarnt" in einem halbfertigen Einfamilienhaus in der Provinz. Die Aufnahmeräume sind aber schon fertig, alles vollgestopft mit High-Tech. Bandmitglied René versichert uns, dass wir im "besten Studio Sachsens" sind.
"For You", die neue Single wird hier gerade eingespielt. Mit zwei Titeln in vier verschiedenen Versionen. "Ähnlich wie auf der letzten Platte aber mit besserem Sound", sagt Keyboarder Dirk und spielt uns ein paar orchestrale Klänge ein. Mit fertig arrangierten Songs sind die vier Jungs für acht Tage im Aufnahmeraum. René: "Hier werden dann die Sounds gemacht und einige Feinarbeiten am Gesang". Mit Omar Samhoun haben sie sich dafür den besten Mixer aus Dresden geschnappt. Die Maxi soll diesmal über Sachsen hinaus deutschlandweit erscheinen. "Mit dem Sound aus diesem Studio können wir internationales Level erreichen." Außerdem wollen "Days Of Fate" diesmal sogar noch ein Video zum Song drehen. Hoffentlich reicht die Zeit, denn bald ist die Band voll mit Platten-Promotion beschäftigt. Sänger Torsten und Keyboarder Dirk "dienen" schließlich nebenher noch als Zivis. Aber: "Hier im Studio gibt es keinen Stress. Hier herrscht die Ruhe der Provinz, nur ab und zu kräht ein Hahn."
Magazin "NOTFALL", November 94
Am 29. Oktober ist es soweit. DAYS OF FATE live on stage, ein Konzert. Zeit und Grund genung, diese Jungs einmal näher unter die Äuglein zu nehmen. Da sitzt man also auf seinem Redaktionsstühlchen und harrt der Typen, die da kommen sollen. Und sie kommen... gleich vier Mann hoch und nennen sich "Schicksalstage". Was mag sie zu solch einem Namen bewogen haben?
"Vorher hießen wir Disaster's Time, weil damals so ziemlich alles schief gegangen ist. Später haben wir uns gesagt, dass wir unser Sichcksal selbst in die Hand nehmen sollten. Wir denken auch, dass jeder Tag für jeden von uns ein Schicksal birgt. Das war der Anlass, uns DAYS OF FATE zu nennen.
Obendrein klingt es auch gut", meint Dirk. Die Faters sind zu viert, mit René, André und Dirk an den Keyboards, Synthesizern und Drums. Und Torsten ist Mister Stimme: "Dafür nehme ich schließlich auch Gesangsunterricht."
Synthesizer, Keyboards - das ist elektronische Musik. Und genau genommen sehen sie auch so ähnlich aus wie.... "Halt, sag es bitte nicht. Die ewigen Vergleiche nerven total! Wir spielen einfach nur Synthie-Pop. In der heutigen Musikwelt versuchen alle alles mit allem zu vergleichen. Und Depeche M... oder noch eher Camouflage wohnen praktisch nur eine musikalische Straße neben den Dresdnern weiter.
DAYS OF FATE singen englisch. Gibt's da keine Probleme mit den Texten, ohne das teure Engagieren eines Korrektors? René: Nein, ...also ich schreibe die Texte selbst, mit meinem Englisch, das ich so beherrsche. Mein Bruder schaut alles noch mal durch, er studierte in England und gibt den Zeilen dann den richtigen Schliff."
Wer also Englisch versteht, wird über die Texte staunen. Man beginnt nachzudenken.
"René und ich haben früher zusammen Musik gemacht, in 'ner anderen Combo...Und Combo war genau der richtige Ausdruck für 'Disaster's Time'!", lässt sich Dirk vernehmen. "Diese Band hat sich schnell wieder getrennt, und wir beide sind übrig geblieben." Nach dem wortwörtlichen Disaster haben die beiden nach neuen Leuten gesucht. "André hat dann bei uns vorgespielt und zack, er wurde für gut befunden." Bei Torsten, der Stimme, kam alles ein wenig anders: "Ich suchte regelrecht nach einer Band und fragte verschiedene Leute. Nach einem halben Jahr bin ich dann, auf diversen familiären Umwegen, zu den Jungs gestoßen. Das war im April '93. Seitdem werkeln wir zusammen."
Und wie ist das mit der kommerziellen Geschichte? "Wir wehren uns nicht gegen den Kommerz. Wir machen jetzt eine ganze Weile Musik und haben gemerkt, wer nur etwas weiter als andere vorwärts kommen will, muss sich den grundlegenden Regeln des Kommerz unterwerfen. Es liegt an einem, in diesem Fall an uns selbst, wie man den Kommerz kreativ verarbeitet. Und eines steht außerdem fest: Wir wollen schon Erfolg haben, irgendwo in verlassenen kleinen Hallen zu spielen, bringt uns überhaupt nichts. Wir brauchen das Publikum."
Der größte Stolz der vier Jungs ist ihre jetzt erschienene Maxi-CD. Sie heißt "My Decision/Master of Disaster", wurde beim Label SAP-Records produziert und ist in allen gut sortierten Plattenläden zu haben. Zu allem Überfluss ist sie auch ein Ohrenschmaus.
Martin Buch / -> zurück zur Auswahl
Sächsische Zeitung, 16.10.1993
Synthie-Pop im Brennhaus
Wer heute abend im Brennhaus, dem ehemaligen Kino Reick, der Meinung ist, in ein Depeche-Mode-Konzert geraten zu sein, hat nur bedingt recht. Die vier Dresdner, die dort unter dem Namen "Days of Fate" aufspielen werden, klingen ihren Vorbildern zwar sehr ähnlich, wollen aber mit ihren eigenen Sachen die ganz große Karriere machen. Daran feilen sie zielstrebig seit April dieses Jahres. Erste Etappen: Ein Auftritt im Sachs, mehrere bei Jugendsendungen im Fernsehen und eine erste selbstproduzierte Kassette, um sich bei Plattenfirmen vorzustellen. Als bislang einzige Dresdner Band im Elektro-Pop-Bereich wollen Days of Fate heute abend zunächst im heimischen Reick demonstrieren, was sie unter guter Musik verstehen: "Melodie statt Härte".
Peter Richter / -> zurück zur Auswahl